Sonntag, 2. august 2009 7 02 /08 /2009 09:04
Ich bin der Schamane
Nicht dein, nicht der dich verführt
Ich bin's

Ich, der Schamane
Der deine Fragen beantwortet, oft nur mit einem Blick.
Der Schamane bin ich, den du schon so lange suchst, wenn auch nicht immer und nicht direkt.
Auf deine Fragen warte ich schon mein ganzes schamanisches Leben.
Darum suchte ich dich, auch wenn du mich gefunden hast.

Du bist bereit.
Ich bin bereit.
Du bist bereit und freust dich auf meine kleinen Erpressungen. Jeder Schamane erpresst, er presst sich zwischen deine Sehnsüchte mit seinen Antworten. Der Schamane erpresst dich, bevor er dir antwortet. Er schaut in den Himmel, und tut so als ob er erahnen könnte, wie du dich freust unter seinem Zwang so manches zu fragen, manches das dich schon rot werden liess, noch als Gedanke.
Diese Gedanken erpresst sich der Schamane aus dir. Und um dies zu erreichen, fordert er von dir.
Er fordert einfaches, da wirst du lächeln. Dazwischen fordert er aber auch Handlungen von dir. Es kann sein dass er dich bittet, deine Hände zu öffnen, um dein Herz, oder auch deine Sehnsucht mit deinen Händen zu öffnen.
Er greift in dein Herz, er berührt deine Sehnsucht mit den Fingerspitzen. Da kann es aber auch sein, dass er Herz und Sehnsucht umschliesst mit seiner Hand. Fest haltet, bis das Tier darin sich sicher fühlt, und wieder ruhig neu atmen beginnt.
Dann er lässt er dich weiter fragen.
Sein Blick fordert dich auf, dazwischen zu fragen.
Der Schamane liebt Fragen wie; Du Schamane was ist, wenn ich dir nicht zeige was du sehen willst ?
Der Schamane will deinen Mut nicht nur fühlen, sehen will er deinen Mut. Sehen will er, wie du dich sehnst von ihm erpresst zu werden, erpresst zu sein. Wie vieles in dir, sich wünscht erpresst sich zu zeigen.
Der Schamane ist kein Erpresser, er ist der Verführte. Du verführst ihn. Dein Verlangen verführt ihn, deine Frage verführt ihn zu fragen, bis der Knopf sich öffnet.
Du hast seine Fragen schon lange im Kopf durch gespielt, die eine oder andere Frage dir selbst beantwortet, auch um zu hören wie die Frage und die Antwort wohl klingt. In Gedanken hast du auch schon dich sitzen gesehen, vor ihm. mit Freude festgestellt, so war dein Kleid noch nie verrutscht.
So wohl fühlte sich deine Schamlosigkeit zum Leben noch nie.
So schön war dein Lächeln noch nie, in der Erregung der nächsten Frage an ihn. Die eine oder andere frage, wie auch Antwort nimmt dir der Schamane ungefragt ab. Ohne Übergang kommt er zum Ende, um sogleich wieder beim Beginn zu sein. Dein schüchternes Feuerwerk wird er in den Himmel schiessen, bevor die anderen Menschen aus deiner Umgebung überhaupt die erste Rakete der Sehnsucht aus dir in den Himmel fliegen sehen.
Des Schamanen Werk ist erst später zu sehen. Genau da, wo niemand denkt.
Da führt dich der Schamane.
Nicht mehr in sein Land, den nach der Antwort bist du in deinem Land.
Ab dem Augenblick, da du vertraust.
Den Fragen und den Antworten in dir.

Glaub nicht, der Schamane wäre dein Echo.
Gaub nicht, der Trunk sei es. Auch wenn du fühlst, nach dem trinken, nichts ist mehr, so wie es war.
Du warst die Braut des Schamanen für eine Nacht. Du warst die Nacht für den Schamanen, für die er die Tage träumte. Seine Gedankenkraft bündelte durch deine Macht.
Deine Milch war es, die denn Schamanen so ernährte, das er das Wesen der Sehnsucht nicht nur berühren konnte. So lag dein Wesen in seiner geöffneten Hand und schenkte dir dein Vertrauen in dich.
Dieses Vertrauen, das dich in der Brautnacht Dinge machen liess, die du nie ahntest, zu unverschämt verrückt war die Erfüllung.
Zu unverschämt war dein Ja zum erstenmal in dir.

Der Schamane
Nicht dein, der dich verführt
Ich bin's.

Auszug: "Briefe an die Gabe" /CC09Austria by hjg
von hg.joseph
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Samstag, 10. januar 2009 6 10 /01 /2009 21:03
Wenn ich gewusst hätte ...
Dass mir als Künstler, in meiner Stadt einmal eine junge Richterin meine Mutter stehlen würde, ich hätte nicht Heiner Müller's Herzstück als junger Künstler verfilmt.
Wenn ich gewusst hätte ...
Mein Herz hätte ich meiner Heimatstadt in die Fresse gehauen, über den Jakominiplatz geschmissen hätte ich mein Herz, wie einen Ziegelstein hätte ich mit einem Schrei die Schaufenster der Gallerien in meiner Stadt zertrümmert.
Wenn ich gewusst hätte ...
Das dieser Diebstahl mich so trifft, wie der eiskalte Sekt damals B im tiefen Schnee die Kehle raubte, als A ihn fragte über meiner Stadt, über den läutenden Klosterkirchen Glocken über der Grabenstrasse: "Gestatten darf ich ihnen mein Herz zu Füssen legen".
Wenn ich gewusst hätte ...
Das die Strassen und Plätze in dieser Stadt denen gehören, die noch nie in diesem Lust Pavillon für einen Augenblick standen, in dem Schubert die unbekannte Sonate der Schwindsucht geschrieben hat.
Wenn ich gewusst hätte ...
Den Text hätte ich an Ort und Stelle umgeschrieben, nie hätte B antworten dürfen: "Wenn sie mir meinen Fussboden nicht schmutzig machen"
In die Stadt hätte ich runter gespuckt, meinen Text und was mir heute so steckt im Hals als Künstler, aus und in meiner Heimatstadt.
von hg.joseph
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Donnerstag, 8. januar 2009 4 08 /01 /2009 19:48


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von hg.joseph - Community: MailArt
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